Seminarangebot für Vereine: Vielfalt statt Einfalt im Sport

Starke Vereine – Vielfalt statt Einfalt

Vereine sind demokratische Gesellschaften im Kleinen. Hier treffen Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen aufeinander, was bereichernd ist, aber auch zu Konflikten führen kann. Was bedeutet es für die Gemeinschaft, wenn im Sportverein Witze über gesellschaftliche Randgruppen gemacht werden? Wie reagieren, wenn Vereinsmitglieder gar für die NPD werben? Was tun, wenn Mitglieder gemobbt werden?

Gegen abwertende Äußerungen einzutreten, ist nicht leicht. Man kann es jedoch lernen. Die folgenden Trainings vermitteln Informationen über den Umgang mit Diskriminierung, über rechte Ideologien und zu Handlungsmöglichkeiten gegen Rechts.
Ehrenamtlich Engagierte setzen sich mit ganzer Energie für ihren Verein ein. Für Fortbildungen bleibt da nur wenig Zeit. Die Trainings sind daher eintägig und können einzeln oder als Reihe organisiert werden. Sie informieren anhand von praktischen Beispielen über Strategien, um Vereine zu stärken und für Vielfalt einzutreten.

I. Vielfalt leben mit Anti-Bias

Toleranz und ein demokratisches Miteinander sollten eigentlich Grundlage unseres alltäglichen Umgangs sein. Doch meist leben wir ganz selbstverständlich mit Vorurteilen, ohne diese zu hinterfragen. So wird der Islam häufig als bedrohlich wahrgenommen oder Langzeitarbeitslose als „faul“ angesehen. Menschen werden dabei aufgrund ihrer (vermeintlichen) Zugehörigkeit zu einer Gruppe ungleich behandelt.

Der Anti-Bias-Ansatz geht davon aus, dass wir Vorurteile erlernen – und sie zwar nicht verlernen, aber bewusster mit ihnen umgehen können. Das Training geht den Erscheinungsformen und Ursachen von Vorurteilen und gesellschaftlichen Ungleichheiten auf den Grund. Persönliche Erfahrungen der TeilnehmerInnen werden dabei aktiv eingebunden. Denn nicht nur im Vereinsalltag sind wir mit unterschiedlichen Lebensstilen und Einstellungen konfron-tiert. Die Sensibilisierung für diese Unterschiede kann dabei helfen, Vielfalt als Bereicherung wahrzunehmen.

Schwerpunkte des Trainings:

  • Vorstellung des Anti-Bias-Ansatzes
  • Übungen zur eigenen Sensibilisierung
  • Bedeutung von Vorurteilen und Diskriminierung im (Vereins-)Alltag
  • Möglichkeiten zur Sensibilisierung im (Vereins-)Alltag

Mit Cvetka Bovha (freie Anti-Bias-Trainerin), Žaklina Mamutovič (Bildungsteam Berlin-Brandenburg)

 

II. Bedrohung der Vielfalt – Rechtsextreme Ideologien

Für ein offenes Miteinander ist nicht nur die eigene Toleranz Voraussetzung. Antidemokra-tische Einstellungen scheinbar selbstlos enga-gierter Rechtsextremer sind eine Bedrohung für Sportvereine, die von dem vielfältigen Mitei-nander ihrer Mitglieder leben. Doch welcher Ideologie folgen Rechtsextreme überhaupt? Und warum ist es ein Problem, wenn die nette Jugendtrainerin NPD-Mitglied ist? Das Training informiert über Strategien rechtextremer Orga-nisationen und deren Mitglieder.
Schwerpunkte des Trainings:

  • Rechte Ideologie und rechtsextreme Gruppierungen 
  • Bedeutung von Symbolen, Kleidung und Codes 
  • Versuche der Einflussnahme durch rechtsextreme Gruppierungen
  • Rhetorik von Rechts 
  • Situation im Profi- und Amateursport

 

III. Was tun gegen Rechtsextreme im Verein?

Ausgrenzung fängt nicht erst bei rassistischen Parolen an. Vorurteile hat jeder Mensch. Nur wenn wir uns mit den eigenen Denkmustern auseinandersetzen, können wir Abwertung und Diskriminierung verhindern. In diesem Training wird geübt, Ausgrenzungsmechanismen zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken. Ausgehend von den Erfahrungen der TeilnehmerInnen werden Methoden vermittelt, sich gegen die Einflussnahme Rechtsextremer zur Wehr zu setzen.

Schwerpunkte des Trainings:

  • Wo fängt Ausgrenzung an? (Rassismus, Sexismus, Homophobie)
  • als Vereinsmitglied und als Verantwortliche/r Konflikte erkennen
  • rechtliche Mittel gegen Rechts (Selbstverpflichtungserklärung, Ausschluss)
  • Training konkreter Handlungsoptionen gegen Rechtsextreme
  • Argumentieren gegen Rechts

Mit Gerd Dembowski (ehem. Sprecher BAFF -Bündnis aktiver Fußballfans), Gerd Wagner (Koordinationsstelle Fanprojekte bei der DSJ)

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Hinweise:

Die eintägigen Trainings können als Reihe oder einzeln bei der Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg angefragt und direkt bei Ihnen vor Ort durchgeführt werden. Erfahrene TrainerInnen passen die Angebo-te an die jeweiligen lokalen Bedürfnisse und Gegebenheiten an und beziehen persönliche Erfahrungen und Beispiele der TeilnehmerInnen mit ein. Die Trainings bieten einen guten Einstieg in das Thema und Räume für erste praktische Übungen im Um-gang mit der Materie. Zur Vertiefung der Thematik können auch zwei- bis dreitägige Wochenendtrainings organisiert werden.

Die Trainings können nur stattfinden, wenn sich bis 4 Wochen vor dem Trainingstermin mindestens 15 TeilnehmerInnen verbindlich mit Namen und Anschrift angemeldet haben. Da bei Absagen innerhalb der letzten 14 Tage vor dem Training oder bei Nichterscheinen leider die Förderung entfällt, wird eine Stornogebühr in Höhe von 50 Euro fällig.

Sollten Sie Interesse an einem oder mehreren der Seminare haben oder weitere Informationen benötigen, wenden Sie sich gerne an uns!

 

Kontakt
Claire Horst
Tel.: 0331-200578-16
Fax.: 0331-20057820
E-Mail: horst@boell-brandenburg.de

Ausgeschlossen von der Veranstaltung sind Personen, die rechtsextremen Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige Menschen verachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind. Die Veranstal-tenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und diesen Personen den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser zu verweisen.

Die Seminare finden im Rahmen des Projekts „SPACES – Information, Debatte und Training für Toleranz“ statt und werden im Bundesprogramm: „XENOS - Integration und Vielfalt“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales  und den Europäischen Sozialfonds gefördert. 

Informationen, Broschüren, Downloads
Tagung: Ausgrenzung durch die Mittelschicht - Abwertende Einstellungen der Mitte und ihre Folgen für die Gesellschaft
Wer Arbeitslosengeld bezieht, ruhe sich auf dem deutschen Sozialstaat aus, MuslimInnen leisteten keinen wertvollen Beitrag zu dieser Gesellschaft – das sind abwertende Einstellungen, die zunehmend auch in der Mitte der Gesellschaft deutlich zu Tage treten. Mit Vertetern aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft, sprachen wir über abwertende Einstellungen der Mitte und deren Folgen für die Gesellschaft. Dokumentation zur Tagung»
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