Die eintägigen Trainings "Sicher auftreten gegen Rechts" und "Vorurteile hinterfragen - Diskriminierungen entgegentreten" können als Reihe oder einzeln bei der Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg angefragt und direkt bei Ihnen vor Ort durchgeführt werden. Persönliche Erfahrungen der Teilnehmenden werden gerne aufgegriffen.
Sicher auftreten gegen Rechts
Wie reagieren, wenn im Umfeld der Feuerwehr ehrenamtlich Engagierte für die NPD werben? Was tun, wenn ein Mitglied des Vereins zeigt, dass es eine rechte Gesinnung hat? Gegen diskriminierende und rechte Äußerungen einzu-treten, ist nicht leicht. Die gute Nachricht jedoch ist: Man kann es lernen. Die folgenden Trainings der dreiteiligen Trainingsreihe „Sicher Auftreten gegen Rechts“ vermitteln Strategien und Handlungsmöglichkeiten gegen Rechts und können auch getrennt von einander besucht werden. Erfahrene TrainerInnen gehen auf die juristischen Schritte ein, die gegen Rechtsextreme unternommen werden können und üben praktisch, wie man rechten Parolen und Handlungen entgegen treten kann.
I. Recht gegen Rechts
Im ersten Training soll auf die rechtlichen Möglichkeiten eingegangen werden, sich gegen Rechtsextreme und NPD-AktivistInnen in der Feuerwehr zu wehren. Neben Fragen des Hausrechts sollen auch Fragen des Strafrechts behandelt werden. Das Training zeigt z.B., wie eine Vereinssatzung gestaltet werden kann, damit Rechtsextreme von Anfang an keine Chance haben oder welche Möglichkeiten es gibt, Mitglieder auszuschließen.
II. Handeln gegen Rechts
Rechtsextreme und Aktive der NPD treten verstärkt an Vereine heran, um diese für Ihre Zwe-cke zu missbrauchen und Anschluss an die Bevölkerung zu finden. Oft ist es schwer, ihren rhetorischen Angriffen etwas entgegenzuhalten und rechte Parolen zu enttarnen. Bei dem Training sollen hierfür gezielt Strategien entwickelt werden.
- Rhetorik von Rechts
- Umgang mit Rechten in Theorie und Praxis
- Training konkreter Handlungsoptionen gegen Rechte
- Couragiertes Handeln im (Feuerwehr-) Alltag
III. Argumentieren gegen Rechts
Wie kann man rechte Parolen schnell und schlagkräftig widerlegen, wenn z.B. auf einem Fest der Feuerwehr ein Rechter geschickt argumentiert? Ziel des Trainings ist eine Analyse rechtsextremer Argumentationen. Nur wer weiß, was hinter rechten Parolen steht kann zielsicher dagegen halten.
Inhaltes des Trainings
- Rechte Ideologie
- Analyse und Umgang mit rechter Argumentation auf der Sachebene
- Situationsanalyse - welcher Umgang mit Rechtsextremen ist im jeweiligen Fall sinnvoll?!
- Umgang mit rechter Argumentation auf der Handlungsebene
Vorurteile hinterfragen - Diskriminierungen entgegentreten
Toleranz und ein demokratisches Miteinander sollten eigentlich Grundlage unseres alltäglichen Umgangs sein. Doch wir alle leben mit bestimmten Vorurteilen, ohne diese zu hinterfragen. Menschen werden aufgrund ihrer (vermeintlichen) Zugehörigkeit zu einer Gruppe beurteilt. So wird der Islam von vielen als bedrohlich wahrgenommen, Langzeitarbeitslose werden als „zu faul“ eingeschätzt, um zu arbeiten. Das führt oft zu Ungleichbehandlung. In den Trainings wird den Erscheinungsformen und Ursachen von Vorurteilen und gesellschaftlichen Ungleichheiten auf den Grund gegangen. Persönliche Erfahrungen und Alltagssituationen der TeilnehmerInnen werden berücksichtigt und aktiv eingebunden. Vielfalt in der Arbeitswelt kann so positiv genutzt werden statt zu Ausgrenzungen zu führen.
I Anti-Rassismus-Training – Was ist eigentlich Rassismus?
Rassistische Äußerungen zu erkennen, fällt nicht immer leicht. Oft versteckt sich Rassismus hinter Zuschreibungen: Menschen werden nicht als einzelne Person wahrgenommen, sondern auf ihre Kultur oder Herkunft reduziert. Hinzu kommt, dass rassistische und menschenverachtende Einstellungen nicht nur bei Rechtsextremen, sondern auch in der Mitte der Gesellschaft zu finden sind. Das Training lädt dazu ein, eigene und in der Gesellschaft verbreitete Rassismen zu hinterfragen. Im Ernstfall müssen sich bei der Feuerwehr alle auf einander verlassen können - für Diskriminierung kann da kein Platz sein.
II Anti-Bias-Training
Im Verein begegnen wir Menschen mit unter-schiedlichen Lebensstilen und Einstellungen. Wenn ein toleranter Umgang miteinander Ziel des (Vereins-) Alltags sein soll, müssen wir uns mit Vorurteilen und Diskriminierungen gezielt beschäftigen. Ein Bewusstsein für Unterschiede kann dabei helfen, Vielfalt zu schätzen, zu nutzen und andere besser zu verstehen.
Der Anti-Bias-Ansatz geht davon aus, dass wir Vorurteile erlernen – und damit auch, dass wir sie wieder verlernen bzw. bewusster mit ihnen umgehen können. Die Auseinandersetzung damit trägt zu einem Arbeitsklima bei, in dem jede Person wertgeschätzt wird.
Schwerpunkte des Trainings:
- Vorstellung des Anti-Bias-Ansatzes
- Übungen, um eigene Vorurteile zu erkennen
- Bedeutung von Vorurteilen und Diskriminierung im (Vereins-) Alltag
- Möglichkeiten, Vorurteile im (Vereins-) Alltag bewusst zu machen
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Hinweise:
Die eintägigen Trainings können als Reihe oder einzeln bei der Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg angefragt und direkt bei Ihnen vor Ort durchgeführt werden. Erfahrene TrainerInnen passen die Angebote an die jeweiligen lokalen Bedürfnisse und Gegebenheiten an und beziehen persönliche Erfahrungen und Beispiele der TeilnehmerInnen mit ein. Die Trainings bieten einen guten Einstieg in das Thema und Räume für erste praktische Übungen im Umgang mit der Materie. Zur Vertiefung der Thematik können auch zwei- bis dreitägige Wochenendtrainings organisiert werden.
Die Trainings können nur stattfinden, wenn sich bis 4 Wochen vor dem Trainingstermin mindestens 15 TeilnehmerInnen verbindlich mit Namen und Anschrift angemeldet haben. Da bei Absagen innerhalb der letzten 14 Tage vor dem Training oder bei Nichterscheinen leider die Förderung entfällt, wird eine Stornogebühr in Höhe von 50 Euro fällig.
Sollten Sie Interesse an einem oder mehreren der Seminare haben oder weitere Informationen benötigen, wenden Sie sich gerne an uns!
Kontakt
Claire Horst
Tel.: 0331-200578-16
Fax.: 0331-20057820
E-Mail: horst@boell-brandenburg.de
Ausgeschlossen von der Veranstaltung sind Personen, die rechtsextremen Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige Menschen verachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind. Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und diesen Personen den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser zu verweisen.
Die Seminare finden im Rahmen des Projekts „SPACES – Information, Debatte und Training für Toleranz“ statt und werden im Bundesprogramm: „XENOS - Integration und Vielfalt“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.



