Die rechtsextremistischen Parteien NPD und DVU haben 2009 den Einzug in den Brandenburgischen Landtag verpasst. Politische Positionen zeigen sich jedoch nicht nur im Wahlverhalten, sondern im täglichen Umgang miteinander. Wie reagieren wir, wenn ein Afrodeutscher in der Straßenbahn beschimpft wird, die Älteren auf dem Schulhof Nazi-Parolen skandieren oder an einer Häuserwand antisemitische Schmierereien auftauchen? Fast wöchentlich werden in Brandenburg Straftaten aus rechtsextremistischen Motiven verübt. Provokationen gehören für Menschen, die anders sind als die Mehrheit der Deutschen, zum Alltag. Dabei wird Brandenburg in Zukunft auch auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen sein, um den Wirtschaftsstandort voranzutreiben. Wir brauchen ein offenes und tolerantes Klima, um ausländischen Investoren und Arbeitskräften Perspektiven zu bieten.
Zivilcourage und engagiertes Auftreten gegen Rechts brauchen Raum, um sich zu entwickeln. Persönliche Freiräume, um ein Problem als solches überhaupt wahrzunehmen. Zeiträume, um die Perspektive zu wechseln. Öffentliche Räume, um sich zu informieren, miteinander zu diskutieren und gemeinsam Strategien zu entwickeln. Das Projekt „SPACES – Information, Debatte und Training für Toleranz“ der Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg e.V. zielt darauf ab, diese Räume in Brandenburg zu stärken. Informationsveranstaltungen sensibilisieren für ein stärkeres Demokratiebewusstsein. Öffentliche Debatten thematisieren relevante Phänomene des Rechtsextremismus. Gesellschaftspolitisch Engagierte und Professionelle unterschiedlicher Berufsgruppen können an Trainings teilnehmen, um Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Homophobie, Sexismus oder antidemokratischem Verhalten im Berufsalltag energisch entgegentreten zu können.
SPACES Debate setzt jedoch nicht nur auf wissenschaftliche Expertisen, sondern auch auf die Zugänge, die Kunst und Kultur schaffen können. Durch die Zusammenarbeit mit engagierten Künstlern und Künstlerinnen - sei es z.B. im Rahmen des Fotoworkshops "Wir sind Beeskow" des Fotografen Andreas Herzau oder der kreativen Ansätze um brandenburgisches Sushi, Oranienburger Gospel oder kanadisch-wittenbergische Schützentreffen des Designkollektivs anschlaege.de - bringen wir Köpfe und Herzen in Bewegung.



