Demokratie buchstabiert
Die Aktion "Demokratie buchstabiert" regt Diskussionen an und lädt ein, um die Ecke zu denken. Zu den zehn Buchstaben, die das Wort Demokratie ausmachen, haben wir Stichworte gefunden, Debatte - Engagement - Meinungsfreiheit - Opposition - Koalition - Rechtsstaat - Aufklärung - Toleranz - Internet - Europa, die wiederum eine Demokratie ausmachen. Zusätzlich finden Sie auf der Debattenseite Demokratie buchstabiert Beiträge zu verschiedenen Schlagworten, die von politischen und sozialen Akteuren verfasst wurden. Zu diesen Worten würden wir gern auch Ihre Meinung hören: Lohnt sich eine öffentliche Debatte? Kann man auch zu viele Freiheiten gewähren? Wie wertvoll ist die Meinungsfreiheit?  Ist die Diskussionskultur beendet? Oder: Heute schon tolerant gewesen?
Die Motive unserer Reihe "Demokratie buchstabiert" können als Plakate oder Postkarten im Büro der Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg (wochentags von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr) gegen eine kleine Spende abgeholt bzw. gegen Portokosten postalisch angefordert werden. Kontakt
 
 
Copyright: Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg / anschlaege.de
"Demokratiemeile" auf dem Oranienburger Stadtfest am 26. Juni 2010

Als Zeichen für Vielfalt und gegen Fremdenfeindlichkeit veranstaltete am 26. Juni 2010 das Forum gegen Rassismus und rechte Gewalt Oranienburg auf dem Oranienburger Stadtfest eine Demokratiemeile. Auch der Förderverein für interkulturelle Bildung und Begegnung (FIBB) e.V. unterstützte die Organisation vielfältiger Stände und Programmpunkte an dem sonnigen Samstag in Brandenburg. Auf der Wiese hinter dem Hotel an der Havel präsentierten sich Organisationen, Initiativen und Vereine. Auf der großen Bühne inmitten der Stände gaben verschiedene Bands ihr Repertoire zum Besten: von Klezmer-Musik bis Hip Hop gab es für jeden Geschmack einen Programmpunkt. Die Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg war mit einem Stand und verschiedensten Materialien vertreten. Kostenfrei mitgenommen werden konnten Informationen zum Thema Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit sowie Demokratie und Toleranz als auch Informationen zu anderen Themen der Stiftung.

Futter für die grauen Zellen: Materialien der Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg
Familienfest der Bürgerinitiative "Zossen zeigt Gesicht" am 18. April 2010
 Am 18. April feierte die Bürgerinitiative „Zossen zeigt Gesicht“ ein Familienfest am E-Werk in Zossen. Anlass war der rechtsradikale Brandanschlag in der Nacht vom 22. auf den 23. Januar 2010, dem das Haus der Demokratie vollständig zum Opfer gefallen war. Eröffnet wurde mit einer musikalischen Darbietung der Quadrophoniker, zu dem auch das schönste Frühlingswetter einlud. Ein wichtiger Programmpunkt an diesem Tag war ein Gespräch zum Umgang der Kommunen mit dem Rechtsextremismus. TeilnehmerInnen waren der Jenaer Oberbürgermeister Albrecht Schröter, der Ludwigsfelder Bürgermeister Frank Gerhard, Frank Broshog, der Bürgermeister der Gemeinde Am Mellensee und die Bürgermeisterin von Zossen Michaela Schreiber. Moderiert von Jan Kasiske vom Mobilen Beratungsteam Trebbin kamen in dem Gespräch sehr unterschiedliche Auffassungen zum Ausdruck – während bspw. Schröter mit direkter Sprache Engagement gegen Rechts forderte, äußerte Michaela Schreiber, dass man den BürgerInnen nicht vorschreiben könne, was sie denken. Von Kabarett für die Großen bis zum Clown für die Kleinen war bis zum späten Abend alles geboten – für das leibliche Wohl war mit Speisen und Getränken gesorgt. Für die grauen Zellen gab es zahlreiche Stände verschiedener Organisationen – auch der Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg – mit Informationen rund um das Thema Demokratie und Rechtsextremismus. Die zahlreichen Besucher bezeugten die Solidarität der Brandenburger BürgerInnen mit der Bürgerinitiative „Zossen zeigt Gesicht“ und dem Schicksal ihres Haus der Demokratie.
Gespräche mit den Neuruppiner Familien
"Demokratie im Quadrat" in Neuruppin am 27. März 2010
Für den 27. März 2010 war ein Aufmarsch der so genannten "Freien Kräfte" in der Stadt Neuruppin angemeldet. Zeitgleich fand ein großes Straßenfest unter dem Motto „Demokratie im Quadrat – schöner leben ohne Nazis“ statt, das vom lokalen Aktionsbündnis „Neuruppin bleibt bunt“ initiiert wurde, um ein deutliches Zeichen gegen rechtsextreme Kräfte zu setzen. Im Karree zwischen Stein-, Friedrich-Engels-, Virchow- und Karl-Marx-Straße füllten sich die Straßen trotz des trüben Wetters mit Leben. Die demokratischen Akteur/innen verhinderten dadurch, dass Rechtsextreme durch die Innenstadt marschieren konnten. Linke Gruppen blockierten eine Kreuzung, die direkt an der Innenstadt Neuruppins vorbeiführte. Stattdessen versammelten sich ca. 300 Neonazis in den Nebenstraßen und -plätzen Neuruppins. Rund 50 Initiativen und Vereine aus dem ganzen Land beteiligten sich am Samstag in der Zeit von 11 bis 16 Uhr an der Aktion. Die Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg gestaltete gemeinsam mit den Ökobauern Peter Masloch und Claudia Pirch-Masloch einen bunten Stand, auf dem u.a. die Plakate und Postkarten der Initiative "Demokratie buchstabiert" verteilt wurden.
Im Austausch mit der interessierten Bevölkerung
"Vielfalt tut gut" im Schenkenländchen am 14.11.2009
Der Waldfriedhof Halbe ist eine der größten Kriegsgräberstätten Deutschlands. Dort ruhen über 28.000 Opfer des Zweiten Weltkrieges, überwiegend im "Kessel von Halbe" Gefallene, aber auch hingerichtete Deserteure der Wehrmacht, Zwangsarbeiter und zwischen 1945 und 1947 Verstorbene aus dem sowjetischen Speziallager Ketschendorf. Neonazistische Gruppen instrumentalisieren den Friedhof seit 1989 am Volkstrauertag, um "zum Heldengedenken" aufzumarschieren.

Als Gegendemonstration hat ein von der Landesregierung Brandenburg unterstütztes Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit einen „Tag der Demokraten“ ins Leben gerufen. Die Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg war mit einem Informationsstand auf dem Bürgerfest vertreten. Johannes Lichdi, Abgeordneter im sächsischen Landtag für Bündnis 90 / Die Grünen, warb in einer Rede um Unterstützung in Dresden, wo eine ähnliche Instrumentalisierung von Leiden der Zivilgesellschaft während des Dritten Reichs stattfindet. In der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 erfolgte auf das rund 630.000 Einwohner zählende Dresden der schwerste Luftangriff auf eine Stadt im Zweiten Weltkrieg, der von rechtsextremen Vereinigungen für Aufmärsche genutzt wird.

Der geplante Aufmarsch konnte in Halbe für 2009 verhindert werden. Neben lokalen Bündnissen aus ganz Brandenburg kamen die Landesstiftungen der demokratischen Parteien, zahlreiche Kulturverbände sowie Künstler und Künstlerinnen. Das Bühnenprogramm gestaltete sich variantenreich von Hip Hop bis Balkan Beat und verlieh dem Örtchen Halbe eine bunte, lebhafte Atmosphäre.

Bürgerfest in Beeskow
Bürgerfest in Beeskow
"Keine Stimme den Nazis" am 12.09.2009
Die Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg auf dem Bürgerfest für eine weltoffene und demokratische Region Beeskow – "Keine Stimme den Nazis" am 12.09.2009 auf dem Marktplatz in Beeskow

Am Nachmittag des 12. September 2009 haben Beeskower und Brandenburger Demokraten und Demokratinnen ein Zeichen gegen Rechts gesetzt. Der DGB, die örtlichen Kirchen, die Stadt Beeskow sowie Parteien und Verbände hatten ein Fest initiiert, zu dem alle demokratischen Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen waren. Auch die Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg war mit einem Stand und mehreren Mitarbeiterinnen auf dem Marktplatz vertreten.

Nach der Eröffnung des Festes flogen vom Marktplatz Friedenstauben in den blauen Himmel, den die Infostände der beteiligten Akteure säumten. Zudem waren VertreterInnen und Vertreter demokratischer Parteien eingeladen worden, um im Rahmen der anstehenden Landtags- und BürgermeisterInnenwahl miteinander zu diskutieren und Fragen zu beantworten. Die Band "Tres Dos" sorgte für eine gelungene musikalische Umrahmung des Nachmittags, bei dem auch für das leibliche Wohl der BesucherInnen gesorgt war.