Vereinsheime: Kommunikationsräume für Toleranz
Toleranz beginnt im Alltag. Wenn ein Blackfoot-Indianer im Schützenverein einen Pfeilbau-Workshop veranstaltet oder Travestiekünstler gemeinsam mit dem Herrenballett des Karnevalsvereins auftreten, kann es zum kulturellen Crash kommen. Oder zum Abbau von Vorurteilen.

Das im Metropol Verlag neu erschienene Buch „Vereinsheime – Kommunikationsräume für Toleranz“ dokumentiert ein Experiment: Mitglieder von Brandenburger Vereinen setzen sich mit Menschen anderer Kulturen und Szenen auseinander. Und diese mit ihnen. Das Ergebnis überraschte alle Beteiligten. Im Rahmen des Projekts „SPACES – Information, Debatte und Training für Toleranz“ der Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg bot sich der Raum für einen Modellansatz, der sich der Herausforderung der Toleranzförderung stellte. Denn was macht man, wenn die klassischen Formate politischer Bildungsarbeit an ihre Grenzen stoßen? Wenn Seminare die Menschen nicht mehr erreichen, die sie ansprechen sollten? Geht Bildungsarbeit auch ganz anders? Die Antwort ist klar: Ja.

Die Berliner Grafikagentur „anschlaege.de“ lieferte die Idee für die Kommunikationsorte, gemeinsam wurde die Idee in Brandenburg realisiert. Das Buch erzählt von vier Workshops in kleinen Städten Brandenburgs. Begleiten Sie einen kanadischen Blackfoot-Indianer in den Schützenverein Wittenberge, den panafrikanischen Chor „Harmonites“ zum Oranienburger Chor „Viva la musica“, eine koreanische Sushi-Köchin in den Anglerverein Rangsdorf und erleben Sie die Abenteuer zweier Berliner Travestiekünstler mit dem Herrenballett des Karnevalsvereins Fehrbellin.

In den Workshops ging es nicht um schrille Inszenierungen. Stattdessen entstanden Räume zur Kommunikation. Wenn neben Pfeilbau, Sushi, Herrenballett und Chorprobe Ressentiments und Vorurteile zum Thema wurden, dann nicht, weil dies die Tagesordnung vorschrieb, sondern weil sie die Beteiligten beschäftigen. Die gewohnte Umgebung des Vereins bot ihnen die Möglichkeit, sich in einem geschützten Raum auf Neues einzulassen und Differenzen gemeinsam kreativ zu lösen.
Das Buch „Vereinsheime. Kommunikationsräume für Toleranz“ richtet sich nicht nur an Menschen, die selbst im Bereich der politischen Bildung arbeiten, sondern speziell auch an MultiplikatorInnen, Interessierte und Motivierte, die interessiert an neuen Ideen und Impulsen sind.

Vereinsheime. Kommunikationsräume für Toleranz
Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg und anschlaege.de (Hrsg.)
Metropol Verlag, 196 Seiten, 16,00 Euro
ISBN: 978-3-86331-058-5

Bestellbar beim Monopol Verlag (Direkt-Link zur Bestellung: hier)

Informationen, Broschüren, Downloads
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